Die Prinzipien der kleinen Katze
Manchmal sind es die leisesten Wesen, die uns die größten Führungslektionen erteilen. Gustav zeigt Anna, wie Klarheit, Neugier und Gelassenheit zusammenwirken.
Disclaimer: Die heutige Ausgabe ist inspiriert von dem Buch “Die Prinzipien des Erfolgs“ von Ray Dalio. Dieses Buch und weitere Buchempfehlungen findet ihr auf meiner Seite für Buchempfehlungen. Viel Spaß mit der heutigen Ausgabe!
Anna starrte gedankenverloren aus dem Fenster. Ein langer Tag voller Meetings, Entscheidungen und gefühlt tausend Slack-Nachrichten lag hinter ihr.
„Du siehst aus wie jemand, der gerade zwischen Hyäne und Gnu vermitteln musste“, schnurrte Gustav und sprang elegant auf ihren Schreibtisch.
„Ach Gustav“, seufzte Anna, „ich hab das Gefühl, ich muss jeden Tag neu entscheiden, was richtig ist. Und manchmal frage ich mich, ob ich überhaupt auf dem richtigen Weg bin.“
Gustav legte den Kopf schief. „Du brauchst Prinzipien.“
Anna schnaubte. „Ich hab Prinzipien. Sei nett, arbeite hart, trink nicht zu viel Kaffee…“
„Ich meine nicht irgendwelche Mantras. Ich meine echte, erprobte Prinzipien, die dir helfen, klar zu sehen – auch wenn’s ungemütlich wird.“ Gustav ließ sich nieder. „Ray Dalio hat das mal so schön gesagt: Wer sich der Realität nicht stellt, der flüchtet vor dem Leben.“
„Und wenn die Realität ein Gnu ist, das gerade gefressen wird?“, murmelte Anna.
„Dann ist sie Teil des Systems“, sagte Gustav ernst. „Es geht nicht darum, wie die Welt sein sollte. Es geht darum, wie sie ist. Wer sich ständig an seinen Idealvorstellungen festklammert, statt zu analysieren, verpasst die Entwicklung.“
Anna runzelte die Stirn. „Das heißt, ich soll mich damit abfinden, dass mein Projekt gerade von oben gestoppt wurde, weil ich angeblich zu direkt bin?“
„Nein“, schnurrte Gustav. „Aber du solltest daraus lernen. Fehler sind Wachstumsschmerzen. Stell dir dein Unternehmen wie eine Maschine vor. Wenn ein Zahnrad klemmt, bringt es nichts, das Zahnrad anzuschreien. Du musst es verstehen, analysieren und neu justieren.“
„Klingt wie ein Ingenieursalbtraum“, murmelte Anna.
„Oder wie gutes Leadership“, erwiderte Gustav. „Du brauchst Metriken. Flussdiagramme. Klare Zuständigkeiten. Und ein Team, das sich ehrlich Feedback gibt.“
„Radikale Ehrlichkeit? Das kann auch nach hinten losgehen“, gab Anna zu bedenken.
„Nicht, wenn du das mit Transparenz und Wertschätzung kombinierst“, sagte Gustav. „Wenn deine Leute wissen, dass du sie wie gleichberechtigte Partner behandelst, dann halten sie auch Kritik aus. Und wachsen daran.“
Anna lehnte sich zurück. „Also: Ich nehme meine Schwächen ernst, fokussiere mich auf messbare Ziele, baue mein Team wie eine Maschine und pflege eine Feedback-Kultur… Das ist eine Menge.“
„Aber eine Menge, die dich weiterbringt“, schnurrte Gustav. „Und denk daran: Du kannst alles erreichen. Nur nicht alles gleichzeitig.“
„Klingt vernünftig“, sagte Anna. „Danke. Ehrlich gesagt… das war fast schon CEO-Coaching.“
„Was glaubst du, wer Ray Dalio gecoacht hat, bevor er berühmt wurde?“, zwinkerte Gustav und verschwand unter dem Schreibtisch.



