Das Glück ist kein Preis
Anna steckt im Selbstzweifel fest – bis Gustav ihr zeigt, dass sie sich nur selbst im Weg steht. Statt nach Anerkennung zu jagen, darf sie lernen, für sich selbst loszugehen.
Disclaimer: Die heutige Ausgabe ist inspiriert von dem Buch “Du musst nicht von allen gemocht werden“ von Ichiro Kishimi & Fumitake Koga. Dieses Buch und weitere Buchempfehlungen findet ihr auf meiner Seite für Buchempfehlungen. Viel Spaß mit der heutigen Ausgabe!
„Gustav, sag mal ehrlich – bin ich eigentlich ein Versager?“ Anna warf ihr Handy aufs Sofa und ließ sich mit einem tiefen Seufzer daneben plumpsen.
Gustav hob langsam den Kopf von seiner Yogamatte. Seine grünen Augen blitzten unter der flauschigen Stirn. „War das gerade eine rhetorische Frage oder soll ich dir wirklich antworten?“
„Ich mein’s ernst“, murmelte Anna. „Ich hab das Gefühl, ich trete auf der Stelle. Ich bin nicht da, wo ich sein will. Und irgendwie… fühl ich mich falsch. Zu viel, zu wenig, zu unsicher – alles auf einmal.“
Gustav gähnte, als hätte er das Gespräch schon oft geführt. „Anna, weißt du, was Alfred Adler dazu sagen würde?“
„Irgendwas Psychoanalytisches mit 'Kindheitstrauma', oder?“
„Falsch gedacht“, schnurrte Gustav. „Adler war der Meinung, dass du dir einfach selbst im Weg stehst.“
Anna hob eine Augenbraue. „Ich? Ich stehe mir im Weg? Nicht meine Kindheit, nicht mein Chef, nicht die Gesellschaft mit ihren ganzen Erwartungen?“
„Neinpein!“, sagte Gustav und klopfte mit der Pfote auf ein Kissen. „Adler meinte: Du bist nicht dein Trauma. Du bist nicht mal deine Persönlichkeit – du bist dein Lebensstil. Und der ist veränderbar.“
Anna schnaubte. „Als wäre das so einfach. Ich kann doch nicht einfach aufhören, mich minderwertig zu fühlen.“
„Aber du kannst aufhören, dich dahinter zu verstecken.“ Gustav legte den Kopf schief. „Viele Menschen halten an ihren Selbstzweifeln fest wie an einem Sicherheitsgurt – weil sie Angst haben, sich der Welt wirklich zu zeigen. Was wäre, wenn du dir diese Zweifel nur angewöhnt hast, um dich nicht verletzbar zu machen?“
Anna schwieg. Sie starrte an die Decke.
„Vielleicht ist das gar kein Versagen“, murmelte sie nachdenklich. „Vielleicht ist es nur Angst.“
„Ganz genau“, sagte Gustav sanft. „Und weißt du, was noch dazukommt? Du bist süchtig.“
„Süchtig?“ Anna setzte sich auf. „Jetzt mach mal halblang!“
„Süchtig nach Anerkennung. Nach Bestätigung von außen. So wie ein Hamster im Rad, der nur läuft, wenn jemand klatscht.“
„Wow. Danke für das Bild.“
„Gern geschehen“, schnurrte Gustav. „Aber du brauchst das alles nicht. Du kannst auch Dinge tun, weil du sie tun willst. Weil sie dir Freude machen. Nicht, weil jemand applaudiert.“
Anna runzelte die Stirn. „Und wenn niemand hinschaut? Wenn es niemanden interessiert?“
„Dann bist du frei“, sagte Gustav. „Weil du zum ersten Mal für dich selbst lebst. Nicht für deine Eltern. Nicht für deinen Chef. Nicht für dein LinkedIn-Profil.“
Anna lächelte zaghaft. „Aber was, wenn ich scheitere?“
„Dann lernst du was“, sagte Gustav. „Und machst weiter. Glück ist kein Pokal, Anna. Es ist ein Lebensstil – genauso wie Pessimismus. Du kannst jeden Tag neu wählen, welchen du pflegst.“
Anna ließ sich zurück aufs Sofa sinken. „Also… du meinst, ich kann einfach anfangen, glücklich zu sein?“
„Exakt. Fang einfach an. Zum Beispiel, indem du jetzt mit mir einen Tee machst und aufhörst, dich zu fragen, ob du genug bist. Du bist da. Du bist wach. Du bist bereit. Das reicht fürs Erste.“
Anna stand auf und streckte sich. „Okay, Gustav. Tee klingt nach einem Anfang.“
Gustav sprang von der Matte. „Und wenn du willst, tanzen wir danach nackt durch die Küche. Pure Lebensfreude.“
Anna lachte laut. „Gustav! Du bist ein sehr seltsamer Säbelzahntiger.“
„Ich weiß“, sagte er stolz. „Aber wenigstens stehe ich mir nicht selbst im Weg.“
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Gemeinsam mit Jörg, Paul, Niamh und mir geht es um ein Thema, das uns alle bewegt: Aiming High – und was es wirklich bedeutet.
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